Beten unter der Kuppel ab September

Beten unter der Kuppel ab September

MÜNSTER Mustafa Dayioglu nennt sie jetzt schon „unser kleines Schmuckstück“. Bald wollen der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) und die münsterschen Muslime in ihrer neuen Moschee hinter dem Bahnhof beten. Doch bis dahin muss das „Schmuckstück“ noch etwas geschliffen werden.

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Wie der Himmel über ihren Köpfen: Fikri Isik (l.), Ömer Kaya (M.) und Mustafa Dayioglu vom Vorstand der Türkisch-Islamischen Union betrachten das neue Kuppeldach, das künftig den Gebetsraum der Moschee am Bahnhof überspannt. Heiner Witte

Der Rohbau ist allerdings abgeschlossen. Vom Bahnsteig des Hauptbahnhofs betrachtet ist das Gebäude am Bremer Platz jetzt eindeutig als Moschee zu erkennen: Das Kuppeldach ist installiert, links daneben ragt das schlanke Minarett in die Höhe. Es überragt die umstehenden Gebäude um einige Meter.

Farbenwahl

Vor dem Türmchen steht Dayioglu mit zwei Mitgliedern des DITIB-Vorstandes und diskutiert mit ihnen über die richtigen Farben für das Minarett. „Zinkfarben der Turm, die Galerie vielleicht in hellblau“, schlägt er vor. Welche Farbe es auch wird, oben drauf auf die Spitze kommt auf jeden Fall noch der Halbmond.

Das Kuppeldach hat für die muslimische Gemeinde nicht nur symbolischen Wert. „Es ist beim Gebet der freie Himmel über uns “, erklärt Dayioglu. Das sei den münsterschen Muslimen besonders wichtig, nachdem sie derzeit noch im Keller beten, wo die Decke nicht einmal drei Meter hoch ist.

Männer und Frauen

Gut doppelt so viel Platz haben sie jetzt über ihren Köpfen – ohne die Kuppel. Im neuen Gebetsraum können Männer und Frauen so endlich gemeinsam beten – auch wenn sie sich dabei nicht sehen. Die Frauen werden in der Frauengalerie über den Männern Platz nehmen.

Aus Mustafa Dayioglus Stimme klingt Erleichterung, als er durch den Gebetsraum führt: „Ich bin sehr froh, meinen Wunsch in Erfüllung gehen zu sehen – eine richtige Moschee. Das wird ein wichtiges Gebäude für Münster.“ Die Finanzkrise hätten sie ohne größere Probleme überstanden, der Umbau könne wie geplant durchgeführt werden. Dennoch: Auch der DITIB fehlt noch einiges an Geld: „Wir benötigen noch etwa 100 000 Euro Spenden, um alle Kosten zu decken“, sagt Mustafa Dayioglu. Bislang seien alle Gelder aus der muslimischen Gemeinde gekommen. Der Verein freue sich über jede weitere Spende – auch von Nichtmuslimen, sagt er.

Finanzierung

Dann, so hofft er, kann die Gemeinde wie geplant zusammen den Ramadan in ihren neuen Räumen begehen. Mit dem Beginn des Fastenmonats im August könnte es allerdings eng werden, räumt der DITIB-Vorsitzende ein. Bis zum Fastenbrechen am 20. September soll es aber soweit sein. Dann spätestens soll das „kleine Schmuckstück“ ganz offiziell eingeweiht werden.

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