Den Dialog leben

Beim gemeinsamen Gebet am Tag der offenen Moschee (v.l.): Pfarrer Klaus Wirth, Imam Metin Güdük und Hüseyin Demii, stellvertretender Vorsitzender der Sultan-Ahmed-Gemeinde.Foto:

Beim gemeinsamen Gebet am Tag der offenen Moschee (v.l.): Pfarrer Klaus Wirth, Imam Metin Güdük und Hüseyin Demir, stellvertretender Vorsitzender der Sultan-Ahmed-Gemeinde.
Münster – Ein katholischer Priester betet gemeinsam mit einem muslimischen Imam im Gebetsraum einer Moschee, begleitet von den mehr als 100 Besuchern, die auf dem Teppichboden der Moschee sitzend dem Gebet folgen. Dieses Bild bot sich am Montag während des Tags der offenen Moschee.

Dieser Tag der offenen Tür in muslimischen Gotteshäusern findet seit 1997 zeitgleich mit dem Tag der Deutschen Einheit statt. In Münster nahmen fünf Moscheen daran teil, um interessierten Besuchern hinter die Kulissen blicken zu lassen, aber auch um zu zeigen, dass „wir Muslime ein Teil von Deutschland sind und uns damit identifizieren“, so Amine El Adel von der Moschee Attauba.

Die größte Veranstaltung dieses Tages fand in den Räumen der Sultan-Ahmet-Moschee in der Bernhard-Ernst-Straße statt. Die Gemeinde lud die Besucher zu einem christlich-muslimischen Gebet ein, dass gemeinsam von dem Imam Metin Güdük und dem katholischen Pfarrer der St.- Bernhard-Gemeinde, Klaus Wirth, gehalten wurde. Beide lasen abwechselnd aus der Bibel und dem Koran und bekräftigten in ihren Predigten die Bedeutung eines friedlichen Miteinanders unterschiedlicher Religionen.Im Anschluss an das Gebet hielten Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Münster, der Stadt und der Polizei sowie interreligiöser Verbände mehrere Ansprachen. Übereinstimmend betonten sie dabei den großen Stellenwert des Dialoges und des gegenseitigen Kennenlernens, um „Misstrauen und kulturelle Vorurteile abzubauen“, so

Marita Otte, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.
Außerhalb des Gebetsraums hatten die zahlreichen Besucher in der Sultan-Ahmet-Moschee Gelegenheit, sich auch kulinarisch der anderen Kultur zu nähern. Im Hof kamen bei süßem türkischen Gebäck und einem Tee viele der Besucher mit Mitgliedern der Gemeinde ins Gespräch. Damit erfüllte sich die Hoffnung von Spyros Marinos, Vorsitzender des Integrationsrates, der in seiner Rede forderte, „wir müssen das, was wir im Dialog besprechen, auch in der Praxis leben“.
Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de

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