Bauen für den Frieden: Grundsteinlegung an der Ditib-Moschee

Bauen für den Frieden: Grundsteinlegung an der Ditib-Moschee

MÜNSTER Dicht gedrängt stehen die Gäste am Samstagnachmittag bis zur Tür des kleinen Saales, an der Wand wacht Kemal Atatürk neben Bildern der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Ganz so prachtvoll wird die Moschee am Bremer Platz nicht werden – aber endlich auch von außen als solche erkennbar: Mit Kuppel und unbeschalltem Minarett soll sie ab Herbst neu erstrahlen.

Symbolische Grundsteinlegung mit (v.l.) Generalkonsul Gürsel Evren,
Bürgermeisterin Karin Reismann und Mustafa Dayioglu, Vorsitzender der Ditib-Gemeinde.
Foto: Tronquet

ms-moscheeneubauZur Grundsteinlegung um 15 Uhr wird Gürsel Evren erwartet, seit Dezember türkischer Generalkonsul in Münster. Eng ist es schon jetzt im Haus der Türkisch-Islamischen Union (Ditib). Rund 100 Besucher, vor allem Muslime, sind zum Festakt gekommen. Die münstersche Gemeinde umfasst 200 Mitglieder. Im kleinen Kellerraum beten die Männer, die Frauen oben in einem separaten Raum.

400 000 Euro Baukosten

Ein ganzes Stockwerk kommt in diesem Jahr hinzu. Der großzügige neue Gebetsraum erhält eine hohe Decke, große Fenster und eine Empore für die Frauen. Bis zu 400 000 Euro betragen die Baukosten, gedeckt durch Spenden und zum Teil über einen Bankkredit vorfinanziert.

Evren kommt ein paar Minuten zu spät: Münster sei der Ort, wo der westfälische Friede geschlossen worden sei, erinnert er auf Türkisch. Am Dreißigjährigen Krieg könne man sehen, was religiöse Intoleranz geleistet habe. „Seit dem 11. September ist der Islam immer wieder falsch interpretiert worden. Der Islam ist sehr friedvoll – diese Moschee soll ein Ort für Toleranz und Integration sein und der Verbreitung des Friedens dienen.“

Getragenes Projekt

Vom Ditib-Dachverband aus Köln kommt Mehmet Yildirim nach Münster. Weil in Köln-Ehrenfeld eine neue Moschee errichtet werden soll, brandete in den vergangenen Jahren massiver Protest auf. In Münster ist das anders: Hier wird das Projekt von der Bevölkerung mitgetragen. Yildirim: „Wir wollen daran arbeiten, die Welt lebenswerter, friedlicher und glücklicher zu machen – und uns trotz aller Unterschiede für den Frieden engagieren.“

Bürgermeisterin Karin Reismann vertritt die Stadt und freut sich über „die erste behindertengerechte Moschee Deutschlands“ – mit Außenaufzug zum Gebetsraum

Quelle:
http://www.muensterschezeitung.de/staedte/muenster/Bauen-fuer-den-Frieden-Grundsteinlegung-an-der-Ditib-Moschee;art993,477840

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